Sexualtherapie / Sexual-Coaching
Viele Wege führen nach Rom...
Wann kann eine Sexualtherapie sinnvoll sein?
Was passiert in einer Sexualtherapie?
Wie lange dauert eine Sexualtherapie?
Was kostet eine Sexualtherapie?
Wann kann eine Sexualtherapie sinnvoll sein?
Sexualität kann "bunt" sein, in einer langjährigen Beziehung degenerieren die Farben oftmals auf ein "schwarz-weiß" Niveau. Die Lust unterliegt keiner mathematischen Formel und doch stellt sich nach einiger Zeit der Partnerschaft oftmals eine Lustlosigkeit ein, die Quantität und Qualität sexueller Begegnung nimmt ab. Die Gespräche der Anfangszeit über das gegenseitige Empfinden und das experimentelle Entdecken des anderen wird abgelöst durch Routine, Pflicht, Schweigen, Verständnislosigkeit und Verzweiflung. Manchmal gehört das Thema Sexualität zu den großen Ex-Kommunizierten Bereichen des Paares, es wird nicht mehr darüber gesprochen, da hier die Fettnäpfchen im Nanometerbereich stehen. Die Sexualität, die das Paar initial einzigartig verschmolzen und größer gemacht hat, kommt in eine Negativspirale und lässt beide am Ende kleiner dastehen. Manchmal ist auch das Thema Sexualität ein Druckmittel, derjenige mit dem geringeren sexuellen Bedürfnis führt (wie auch sonst im Leben). So werden versteckte Paarkonflikte auch um Macht manchmal auf einer sexuellen Ebene ausgetragen.
Es gibt keine Norm in der Sexualität - was gefällt ist erlaubt. Ob eine Monogamie lebbar ist wird durch die hohen Scheidungszahlen oftmals widerlegt. Die Partnerschaft wird immer eine Gradwanderung zwischen symbiotischen Verschmelzung und Streben nach Individualismus sein. Es wird in keinem Bereich so viel gelogen wie in der Sexualität, vielleicht kurz gefolgt von der Politik. Hinzu kommt, dass es viele unausgesprochene Tabus gibt, die Paaren nur sehr unzureichend bewusst sind, deren Verhalten aber stark beeinflussen.
Eine Störung liegt erst vor wenn ein Leidensdruck entsteht. Wie so oft ist der Leidensdruck unterschiedlich in der Paarbeziehung verteilt, genauso wie sexuelle Entwicklungen oftmals asymmetrisch verlaufen. Über dass Thema lässt sich selbst mit besten Freunden kaum sprechen, deshalb machen viele Personen bei Schwierigkeiten das Thema mit sich alleine aus.
Eine Sexualtherapie als Einzelperson kann bei Leidensdruck sinnvoll sein,
- wenn bestimmt sexuelle Neigungen (BDSM, Fetisch, Voyeurismus, Bisexualität, Gruppensex. etc.) exzessiv im Rahmen eines Doppellebens gelebt werden.
- wenn Sexsucht (auch oder insbesondere in den neuen Medien) zu selbstschädigendem Verhalten führt.
- wenn moralische Vorgaben und gelebtes Leben unüberbrückbare Differenzen mit sich bringen
- wenn trotz fortgeschrittenen Alters noch keine sexuellen Kontakte (absolut beginner) vorliegen
- wenn Funktionsstörungen wie Erektionsstörungen, Vaginismus, vorzeitiger Samenerguss etc. vorliegen
- wenn schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit gemacht wurden (sexuelle Übergriffe)
- wenn körperliche Gebrechen dazu führen, das Sexualität angstbesetzt ist (Behinderungen, starker Haarwuchs, kl. / gr. Penis oder Brüste, Adipositas etc.)
- wenn Sie unter einer generellen Lustlosigkeit leiden oder einem zu starken Sexualtrieb haben
- wenn der Sexualtrieb zu unüberlegtem und gefährlichen Verhalten führt (ungeschützter Sexualverkehr mit Prostituierten oder auf Sexpartys, extrem hohe Promiskuität)
Eine Sexualtherapie als Paar kann bei Leidensdruck sinnvoll sein,
- wenn stark voneinander abweichende Bedürfnisse der Partner innerhalb der Sexualität die Beziehung beeinträchtigen
- wenn über das Thema Sexualität nicht mehr gesprochen wird und die Partner sich untereinander verloren haben
- wenn eine Affaire die Integrität der sexuellen Ausschließlichkeit durchbrochen hat und nach einer Lösung für einen zukünftigen gemeinsamen Weg gesucht wird.
- wenn sexuelle Funktionsstörungen bestehen (Vaginismus, Erektionsstörungen, vorzeitiger Samenerguss etc.)
- wenn Lustlosigkeit die Beziehung dominiert und das sexuelle Interesse verloren gegangen ist
- wenn unerfüllter Kinderwunsch zu einem unbefriedigenden Sexualleben führen
- wenn Tabus und moralische Bedenken zu einer unbefriedigenden Sexualität führen
- wenn Lebenspassagen (Geburt von Kindern, bevorstehender Ruhestand, Arbeitslosigkeit, Stress, Krankheiten) Störungen für das Sexualleben mit sich bringen
Was passiert in einer Sexualtherapie?
Ich arbeite mit Einzelklienten und Paaren immer in einem integrativen Verfahren, bei denen systemische, verhaltenstherapeutische und analytische Methoden in der Therapie zum Einsatz kommen. Ich respektiere dabei die Grenzen der Klienten (was erzählt wird und was nicht, welche Aufgaben gemacht werden und welche nicht), bin aber gleichsam offen, direkt und wenig moralisierend. Es geht weniger um die Klärung der Schuldfrage, als vielmehr um die Nutzung der vorhandenen Ressourcen die dem Paar / dem Klienten zur Verfügung stehen. Ich arbeite mehr im "Hier und Jetzt" mit Blick in die Zukunft als zu viel Zeit in der Vergangenheit zu verbringen. Paarkonflikte und Sexualität lassen sich oftmals nicht wirklich trennen, deshalb berücksichtige ich auch das Paar als ganzheitliches System in meinen therapeutischen Betrachtungen. Zulassen und Ertragen von Differenzen, Verhandeln von Sexualität, Verkleinern des Ex-Kommunizierten Bereichs, Neugier auf den Partner, Zuhören, Ausprobieren, Zulassen von "Andersartigkeit" und vieles mehr könnten Wege aus der Negativspirale sein. Die Klienten erhalten teilweise „Hausaufgaben“ um Gedankenprozesse in Gang zu setzen und neue Erfahrungen zu sammeln. Sexualität geht primär über den Kopf, es geht mir erstmal darum neue Blickwinkel un ddamit neue Arbeitsansätze zu finden. Es finden keine „Anfassübungen“ in der Therapie statt, die Therapie basiert auf dem Gespräch. Mein besonderes Interesse gehört dem Thema Tabubrüche und Doppelleben.
Wie lange dauert eine Sexualtherapie?
Die Varianz reicht von 1 - 15 Sitzungen, der Schnitt liegt bei 3 - 7 Therapieeinheiten. Ich empfehle Sitzungen in mehrwöchentlichen Abstand, so dass die Begleitung über einen relativ langen Zeitraum möglich sein wird. Die Dauer der einzelnen Sitzungen beträgt 80 Minuten.
Was kostet eine Sexualtherapie?
Sitzung (Einzel / Paar) : 120,- € (50 Min.) / 175,- € (80 Min.). Einzelpersonen können bei entsprechender Indikation die Kosten über die private Krankenversicherung geltend machen.
Leider übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Paar-Sexualtherapie nicht, so dass Sie für die Kosten als Selbstzahler aufkommen müssen. Sollte der "Coachingansatz" im Vordergrund stehen, können die Kosten als Coaching deklariert werden und sind somit steuerlich absetzbar (siehe hierzu auch Kosten)