Entspannende Verfahren
"Ever tried. Ever failed. No matter! Try again. Fail again. Fail better" Samuel Beckett
Eine verminderte Entspannungsfähigkeit tritt als Vorbote und als Syndrom vieler psychischer und psychosomatischer Störungen - wie bei Burnout Syndrom, verschiedenen Ängsten, Depressionen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen auf. Die Fähigkeit, sich bewusst und schnell entspannen zu können, erhöht nicht nur die Lebensqualität, Leistungsfähigkeit, Kreativität und Konzentration, sondern bietet auch einen Schutz vor krankmachenden Prozessen.
Autogenes Training
Autogenes Training nach Schultz gehört heute neben der Progressiven
Muskelentspannung (PM) nach Jacobson zu den populärsten Techniken der
Stressbewältigung.
Die Autogene Psychotherapie bzw. das Autogene Training, als psychotherapeutische
Methode angewandt, ist ein von Johannes Heinrich Schultz (1884-1970) in den 20er-Jahren entwickeltes, tiefenpsychologisch orientiertes
Verfahren, welche zu den populärsten Techniken der Stressbewältigung zählt. In
speziellen Übungen wird vermittelt, wie durch das Wiederholen einer
systematischen, konzentrierten Vorstellung von Formeln eine Entspannungsreaktion
erzeugt wird. Die Formeln beziehen sich auf Gefühle von Schwere und Wärme, das
Regulieren von Atmung und Herz, Wärme in der Bauchregion und Stirnkühle.
Hierdurch kann regulativ auf Funktionsbereiche des Körpers Einfluss genommen
werden, die normalerweise nicht dem bewussten Willen unterliegt, sondern von dem
so genannten vegetativen / autonomen Nervensystem gesteuert werden. Der Prozess
ist von Fremdsuggestionen frei und entwickelt sich aus sich selbst heraus in
einer Art konditionierter Selbstentspannung. Hier kommt es zu Effekten wie
Erholung, Stimulation von Selbstheilungskräften, Selbstruhigstellung,
Selbstregulation gestörter Körperfunktionen, Leistungssteigerung und Reduktion
des Schmerzerlebens.
In der Mittel- und Oberstufe wird dann auf individuelle Bedürfnisse des Klienten
eingegangen und es kommen methodisch die Techniken des Tagtraumes und der
Imagination zum Einsatz, in der auftauchende Erinnerungen und Gefühle auf
tiefenpsychologischer Grundlage bearbeitet werden. Besondere Aufmerksamkeit wird
dabei auch Übertragungs- und Widerstandsphänomenen gelenkt.
Die Therapie findet im Sitzen statt und wird in der Regel mit anderen
psychotherapeutischen Verfahren kombiniert. Neben den eigentlichen Übungen
gehört immer auch das ausführliche psychotherapeutische Gespräch.
Eine praktische Anleitung zu dem Thema autogenes Training finden Sie hier
Progressive Muskelentspannung (Jacobson)
Die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen ist eine in den 30er Jahren begründete Entspannungstechnik, bei der unter fachlicher Anleitung vermittelt wird, wie in einer bestimmten Reihenfolge nacheinander einzelne Muskelgruppen bewusst angespannt und wieder entspannt werden, um dadurch den Unterschied zwischen Spannung und Entspannung besser wahrzunehmen. Durch diesen Wechsel kommt es zu einer Lockerung aller angespannten Muskelgruppen. Der erreichte Entspannungszustand führt zu physischer und psychischer Entspannung und Gelöstheit. Sie findet Anwendung bei Schlafstörungen, Bluthochdruck, Angst, Spannungskopfschmerzen und ist oftmals Bestandteil innerhalb der Verhaltenstherapie, so dass sie in meiner psychotherapeutischen Praxis nicht allein zum Einsatz kommt. Ziel der Methodik ist eine bessere Körperwahrnehmung.