Wer ausbrennt, muss einmal entflammt gewesen sein
Wie verläuft Burnout?
Jeder Mensch erlebt Burnout ganz subjektiv.
Typische Verlaufsphasen von Burnout im Überblick
1. Anfangsphase (Begeisterung und Idealismus)
2. Reduziertes Engagement für Klienten, Patienten, für die Arbeit
3. Emotionale Reaktionen, Schuldzuweisungen, Depression und Aggression
4. Abbau der Leistungsfähigkeit, der Motivation und der Kreativität
5. Verflachung des emotionalen, sozialen und geistigen Lebens
6. Psychosomatische Reaktionen, Auswirkungen auf die Gesundheit
7. Verzweiflung
Frühphase:
Starkes Engagement für Ziele
Hyperaktivität
Gefühl der Unentbehrlichkeit
Gefühl, nie Zeit zu haben
Verleugnung eigener Bedürfnisse
Verdrängung von
Misserfolgen und Enttäuschungen
Beschränkung sozialer Kontakte
Dies hat zur Folge, dass nach der sehr aktiven Phase der Energielevel rapide nach unten geht und sich erste Erschöpfungszustände zeigen:
Chronische Müdigkeit
Energiemangel
Unausgeschlafenheit
Erhöhte Unfallgefahr
Aufmerksamkeitsstörungen
Verlust von Mitgefühl
Schwierigkeiten, anderen Menschen zuzuhören
Das hat wiederum Konsequenzen für die Einstellung zur Arbeit:
Desillusionierung
Widerwillen und Überdruss
Widerstand, täglich zur Arbeit
zu gehen
Tagträume
Verspäteter Arbeitsbeginn, Vorverlegter Arbeitsschluss
Gefühl mangelnder Anerkennung
Beziehungsprobleme
Falls sie sich selbst eher die Schuld geben, geraten die Betroffenen in eine depressive Phase voller Schuldgefühle, mit sinkender Selbstachtung, Selbstmitleid, Verringerte emotionale Belastbarkeit, Abstumpfung, Gefühl von Abgestorbensein und Leere, Hilflosigkeit und Ohnmachtsgefühle und Neigung zum Weinen.
Falls die Betroffenen eher das Verhaltensmuster haben, externe Faktoren verantwortlich zu machen, wird die Ursache im System oder bei „den anderen“ gesucht: Die Grundstimmung wird nach außen aggressiver: Schuldzuweisungen an andere oder "das System", Vorwürfe an andere, Verleugnung der Eigenbeteiligung, Ungeduld, Launenhaftigkeit, Nörgeleien, Ärger und Ressentiments, "Alle sind gegen mich"- Vorstellungen.
Dann kommt es zum Abbau der Merk- und Denkfähigkeit, der Motivation und der Kreativität, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Unfähigkeit, komplexe Aufgaben zu lösen, Unfähigkeit zu klaren Anweisungen, verringerte Initiative, verringerte Produktivität.
Allmählich stehen kaum noch Differenzierungsmöglichkeiten zur Verfügung: Am Ende ist das emotionale soziale und geistige Leben total verflacht. Die Gratwanderung zwischen zu wenig und zuviel Nähe zu Klienten, Kollegen, dem ganzen sozialen Umfeld kann in einer Schlucht von übergroßer Distanziertheit, Gleichgültigkeit und Verachtung enden.
Psychosomatische Symptome: Schlafstörungen, Alpträume, sexuelle Probleme, Herzklopfen, Engegefühl in der Brust, Atembeschwerden, beschleunigter Puls, erhöhter Blutdruck, Kopf- und Rückenschmerzen, Nervöse Ticks, Verdauungsstörungen, vermehrter Drogenkonsum (Alkohol, Kaffee ,Tabak und andere Drogen).
Verzweiflung ist das Ende dieser Symptomkette, Hoffnungslosigkeit, Gefühl der absoluten Sinnlosigkeit, Selbstmordabsichten.
Was können Sie tun?
Sich des Problems bewusst werden, es sich eingestehen.
mit guten
Freunden darüber reden oder in Selbsthilfegruppen gehen
Professionelle Hilfe
suchen (Coach, Psychotherapeut)
Arbeitsbelastung reduzieren
Entspannungstechniken lernen (z.B. Autogenes Training)